Wie nachhaltig kann Chalk sein?


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Chalk bzw. Magnesium ist wohl eines der wichtigsten Hilfsmittel des modernen Kletterers. Egal ob beim Indoor-Bouldern oder bei langen Routen am Felsen, eines ist sicher: Man findet fast keinen Kletterer, der/die ohne Chalk am Weg ist. Doch da wir auch bei anderen täglichen Produkten wie Lebensmitteln und Kleidung immer mehr auf Nachhaltigkeit achten, stellt sich auch die berechtigte Frage wie es hier eigentlich bei dem „weißen Gold“ der Kletterszene aussieht: Wie nachhaltig ist Chalk und wie nachhaltig kann es überhaupt sein?

Der Hauptbestandteil der am Markt erhältlichen Chalks ist Magnesiumcarbonat, welches ein begrenzt verfügbarer Rohstoff ist und durch Minen an den Tag gebracht wird. Je nach Hersteller werden dann verschiedene Materialien, wie Öle oder andere Zusatzstoffe hinzugemischt, um die Performance zu verbessern. Außerdem wird das Chalk je nach Marke unterschiedlich starken Filterprozessen ausgesetzt, um weniger Verunreinigungen zu erzielen.


Der größte Förderer von Magnesiumcarbonat weltweit ist China, genauer gesagt ein kleines Gebiet in der Region Liaoning, in der nahezu 70% des Weltverbrauches geschürft werden. Das allein wirft schon Zweifel zur Nachhaltigkeit von Magnesium auf den China ist nicht gerade als Vorzeigeland, was das Thema Klimaschutz betrifft, bekannt. Nichtsdestotrotz hat China aufgrund der beispiellosen Auswirkungen Ihres bisher oft rücksichtslosen Verhaltens auf die direkte Umwelt einen drastischen Schritt gemacht und kontrolliert und reglementiert Fabriken seit 2017 stärker denn je. Viele Minen mussten wegen laschem Umweltschutz schließen und der Rest wird nun regelmäßig kontrolliert. Auch wenn es vielleicht nur dazu gekommen ist, weil es sich China in Zukunft nicht mehr leisten kann seine Umwelt zu verschmutzen, ist es dennoch ein großer und wichtiger Schritt.

Screenshot einer Magneisumcarbonat Mine in China
Mine in China; Copyright: Google Maps

Nachdem Magnesiumcarbonat von den diversen Marken importiert und weiterverarbeitet wird, muss das fertige „Chalk“ natürlich auch dementsprechend verpackt werden, um an den Endkonsumenten verkauft werden zu können. Hier setzt der nächste Nachhaltigkeitsaspekt an, denn auch wenn man auf die Produktion tendenziell wenig Einfluss hat, kann hier jede Marke selbst ihren Beitrag leisten. Plastikverpackungen sind zwar noch weitgehend verbreitet aber der Trend geht immer mehr zu umweltfreundlicheren Alternativen, die leichter abbaubar sind und rohstoffschonender in der Herstellung. Eine dieser Möglichkeiten ist zum Beispiel Graspapier, dass die Firma Mantle für einige Ihrer Chalks verwendet. Dieses enthält logischerweise kein Plastik und sogar deutlich umweltschonender als normales Papier bzw. Karton, da kein Holz zur Herstellung benötigt wird und somit Transportwege und Wasser eingespart werden können. Zum Vergleich: Eine Tonne Zellstoff aus Holz benötigt 6000 Liter Wasser wohingegen eine Tonne Graszellstoff nur 6 Liter benötigt.


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Zu guter Letzt entscheidet auch immer der Kunde, wie nachhaltig er mit dem Produkt umgeht. Wenn man größere Chalk Packungen kauft, kann im Vergleich zu mehreren kleinen Packungen Verpackungsmaterial einsparen und das ist wohl ein leichter Schritt – denn man füllt dieses ja ohnehin in ein Chalkbag ein. Auch da kann man auf nachhaltige Alternativen setzen wie z.B. ein Zero-Waste-Chalkbag , dass in der Produktion komplett ohne Abfallmaterialien auskommt. Und beim Klettern selbst ist besonders in der Natur die Menge entscheidend – je weniger Chalk desto besser. So werden dem nächsten Kletterer nicht alle Griffe zugeschmiert und die Natur so wenig wie möglich beeinflusst. Auch wenn die genauen Auswirkungen zu wenig erforscht sind, kann man wohl annehmen, dass die umliegenden Pflanzen nicht alle zwingend einem Magnesiummangel unterliegen.


P.s: Du wunderst dich warum wir manchmal „Chalk“ und manchmal „Magnesium“ als Wort für ein und dasselbe verwenden? Finde mehr zu der Thematik in diesem Blog heraus.


Quellen:


https://www.graspapier.de/artikel/die-okologischen-auswirkungen-von-papier


https://www.nationalgeographic.de/umwelt/2021/07/chalk-wie-umweltschaedlich-ist-das-hilfsmittel-der-kletterer


https://www.climbing.com/gear/the-hidden-environmental-cost-of-climbing-chalk/