#plogging: Nimm deinen Müll mit!

Wer liebt es nicht: Eine leichte Brise mit dem sommerlichen Geruch von Nadelhölzern und Kräutern, die immer steiler stehende Sonne, die einem das letzte Frösteln vertreibt, der noch kühle Fels unter den Fingern und die Kletterbuddies um mich herum. Ein perfekter Tag zum Klettern und abhängen mit den Liebsten.


Doch dieser Eindruck ist getrübt: immer öfter fallen mir kleine Ansammlungen von Zigarettenstummeln, Verpackungsmüll oder Taschentüchern auf. Auch wenn Müllkübel da sind, sind diese oft überfüllt und mit Müll aufgetürmt. Der Wind tut dann sein restliches und verteilt das Ganze wieder.

Das nervt gewaltig.
Immer öfter bleibt am Fels Müll liegen.

Doch eines schönen Abends, nach abgehackten Projekten und neu eröffneten, packt ein guter Freund die Mülltüte aus und fängt an zu sammeln. „Ey!“ antwortet er auf unsere Frage, was er da gerade tut, „es ist überhaupt kein Aufwand, eben das kleine bisschen Müll aufzuheben, was hier herum liegt. Ich meine, unseren Müll müssen wir eh aufsammeln, da können wir den anderen gleich mitnehmen. Das geht echt schnell und stellt euch mal vor, das würden alle machen, jeden Tag!“ Einen Augenblick später fanden wir uns alle in gebückter Haltung wieder, stopften uns die Taschen voll und keine drei Minuten sind vergangen, da waren wir bereit zum Abstieg. Plogging heißt das also, wie ich später erfuhr.

Coole Sache!

So dachten es scheinbar auch ein paar Schwed*innen und schufen 2016 einen Trend, der sich durch Social Media weit über die schwedischen Grenzen hinaus verbreitete. „Plogging“ setzt sich dabei aus dem schwedischen Wort „plocka“ (dt. aufheben) und „jogging“ zusammen. Im Grunde könnte es einfacher nicht sein: Während des Joggens hebt man den Müll, der einem am Wegesrand in die Augen sticht, auf und entsorgt in später ordnungsgemäß. Damit sind sportliche Betätigung und ein gutes Gefühl, etwas für sich und die Umwelt getan zu haben, unter einen Hut gebracht. Trotz ausgebauten Infrastrukturen und Recyclinganlagen ist dies eine gute Möglichkeit, um den liegengebliebenen Müll zu beseitigen, überall.


Übrigens gibt es auch ähnliche Aktionen an Stränden oder im Meer. Der Umweltaktivismus erfreut sich hier eines großen Ideenreichtums. Zu bekannteren Projekten gehört hier beispielsweise The Oceans Cleanup, eine Organisation, die sich die Säuberung von Flüssen und Meeren zum Ziel gesetzt hat. Mit sieben Prinzipien zur Outdoor-Ethik hat sich ebenfalls die Initiative Leave no trace einen Namen gemacht.


Nach langer Recherche stelle ich fest, wie groß diese Community der „Müllsammelnden“ mittlerweile geworden ist, ob individuell oder in Gruppen organisiert.

Ein gutes Gefühl.

Also lasst uns dieses Gefühl verbreiten und in Zukunft darauf schauen, ein paar Minuten mehr zu investieren, bevor es nach Hause geht.


#cleanupyourcrag #cleanupthecrag #yourbagmakesadifference #leavenotrace #cleanuptheworld #plogging


Passend dazu: Kletter Retter verschließbarer Aschenbecher