Zug um Zug: Nachhaltige Mobilität im Klettersport

Aktualisiert: vor 3 Tagen


Lena Müller Prinzip Hoffnung klimaneutral klettern
Lena Müller kletterte mit "Prinzip Hoffnung" als erste Deutsche den Schwierigkeitsgrad E9/10. Den Weg zum Projekt (immerhin 1:45 Stunden mit dem Auto) legte sie fast ausschließlich mit dem Zug zurück. Foto: Johannes Ingrisch

Mit dem Voranschreiten der Klimakrise rückt auch für uns Kletterer*innen immer stärker der Wunsch in den Vordergrund, selbst etwas zur Verbesserung der Situation beizutragen. Dabei stoßen wir neben unseren verschiedenen Möglichkeiten wie Ernährung, Konsum, Wohnen (Heizung&Strom) und Beteiligung an Klimastreiks unweigerlich auch auf den Einfluss unseres Sportes: der Weg an den Felsen und in die Halle. Für die meisten von uns ist hier einiges herauszuholen, denn laut einer Umfrage des deutschen und österreichischen Alpenvereins fahren fast 90% der Bergsportler*innen mit dem Auto in die Berge. Mobilität bietet uns somit eine perfekte Gelegenheit unseren eigenen Fußabdruck zu verringern.

90% der Bergsportler*innen fahren mit dem Auto in die Berge.

Auch mich hat das Thema Mobilität sehr beschäftigt, bis ich irgendwann entschieden habe meinen geliebten Bus mal stehen zu lassen und den Zug zu nehmen. Anfangs war ich sehr skeptisch, wie gut das ganze funktioniert: Wie schwer kann man klettern, wenn man bei der Anreise schon Zeit und Energie „verliert“? Welche Klettergebiete kann man mit den Öffis überhaupt gut erreichen? Und wie wirkt sich das Zugfahren auf den Geldbeutel aus?


Nachdem ich im Winter 2019/20 meine bisher schwerste Tour dann mit dem Zug klettern konnte, haben sich meine Zweifel bezüglich schwieriger Routen sehr schnell aufgelöst. Auch entdecke ich immer wieder, dass man die Zeit im Zug gut nutzen kann, um zu Arbeiten, Zeitung zu lesen oder sich in Ruhe Face-to-Face mit seinem*r Kletterpartner*in zu unterhalten. Ich stelle sogar immer wieder fest, dass ich entspannter ankomme und durch das Zugfahren habe ich sogar einige Klettergebiete entdeckt, die ich zuvor noch nicht kannte.

Lena Müller klimaneutral klettern
Die Energie reicht. Auch bei der Anreise mit dem Rad.Foto: Johannes Ingrisch

Vor allem die Kombination mit Zug und Fahrrad kann ich sehr empfehlen, da man automatisch mehr von der Gegend sieht und sich lange Umsteigezeiten oder die (z.T. leider immer noch) schlechten Verbindungen in die kleineren Täler erspart. Finanziell gesehen sollte das Zugfahren billiger werden, doch bis sich hier politisch etwas ändert lässt einen das Jahresticket oder die Vorteilskarte/Bahncard dann doch einfacher seinen inneren Schweinehund überwinden.


Letztlich geht es im Bereich Mobilität wie auch beim Klettern um den Prozess: So wie wir uns bei unserem Projekt oder im Training Zug um Zug, Schritt für Schritt unserem Ziel annähern, können wir das auch im Bereich Mobilität umsetzen. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern um jeden einzelnen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Mobilität.


Tipps fürs Bike & Climb

  • Mit Satteltaschen oder dem Rucksack auf dem Gepäckträger radelt es sich entspannter euer Rücken und eure Schultern werden es euch danken!

  • Zu Beginn sollte man sich kurze und flache Radstrecken aussuchen und Touren planen, die mit weniger Gepäck möglich sind (beispielsweise erst zum Sportklettern radeln, bevor man sich mit einem schweren Rucksack voller Cams zu einer alpinen Aktion aufmacht)

  • Wenn man Bike & Climb mit dem Zug kombiniert, sind Satteltaschen unbedingt einem Anhänger vorzuziehen, da durch diesen beim Umsteigen sowie auch beim Platz finden im Zug nur zusätzlicher Stress entsteht

  • Vor der Reise prüfen, ob eine Fahrradmitnahme im Zug erlaubt ist und ob man reservieren muss. Das Fahrradticket für den Zug muss extra gelöst werden (Verbindungen suchen und Tickets kaufen geht einfach über die App)

  • Wer noch etwas Platz im Rucksack findet, kann einen langen und kurzen Spanngurt einpacken, um das Fahrrad im Zug zu befestigen und die Bremsen zu fixieren

Enjoy 😊!

Eure Lena (Instagram: @lenamarie.mllr | Website: lenamueller.com)

Aktion: #myfairmeans


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#myfairmeans klimaneutral zum Klettern
Lena macht's vor. Klimaneutral zum Fels! Foto: Tobias Attenberger

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