Magnesia, Kalk, Kreide oder Chalk – Viele Worte, eine Bedeutung

Aktualisiert: Mai 19

Klettern und Chalk gehörten schon immer zusammen, denkst du vielleicht? Nicht ganz.


Woher kommt dieses "Chalk"?

John Gill, Begründer des modernen Boulderns
Vordenker John Gill beim Bouldern (Quelle: Wikipedia)

Erst John Gill, der „Father of modern bouldering“ begann das weiße Pulver auch für den


Klettersport zu nutzen. Vorher war es lediglich beim Turnen gebräuchlich, sich damit die Hände einzureiben um an diesen weniger zu schwitzen. Warum also nicht auch beim Klettern nutzen, dachte sich John Gill und konnte somit schwerere Routen begehen, als zuvor. Kletterkalk oder Magnesia, wie es dazumal genannt wurde, verbreitete sich rasch auf der ganzen Welt.


Trotz hoher Beliebtheit gab es immer wieder Kritiker, welche sich zum Teil bis heute wacker gegen diese Revolution durchsetzen. Im Elbsandsteingebirge hält sich die „No Chalk!“ Regel bis heute. Begründet wird es damit, dass die Kombination aus Chalk und Schweiß den Sandstein angreift und unschöne Flecken hinterlässt. Stattdessen nutzt man ein kleines Handtuch oder schwört auf eine Portion trockenen Erdboden, der die gleiche Wirkung erzielen soll. Letztlich ist Chalk fast überall sonst nicht mehr wegzudenken.


Doch was genau ist dieses Chalk?

Im Grunde besteht es aus Magnesiumcarbonat. Die meisten Firmen bieten es pur an, wenige mischen spezielle Stoffe bei und beschwören einen besseren Grip. Doch alle Sorten erzielen die gleiche Wirkung. Die Haut soll durch Auftragen trocken bleiben und rauer werden, der Schweiß wird aufgesaugt und somit erhöht sich die Reibung zwischen Fels und Haut.


Chalk kommt in vielerlei Formen daher. Es wird abgepackt im Ball, gepresst zu einem Block oder lose in der Tüte angeboten. Einzig Liquid Chalk stellt eine flüssige Alternative dar, in der die staubige Substanz mit Isopropanol zu einer Emulsion vermengt wird.


Chalkball:

Der Chalkball ist eine beliebte Variante. Er besteht aus einem Stoffbeutel, gefüllt mit losem Chalk. Durch Kneten des Balls entweicht das feinkörnige Pulver durch die Gewebemaschen und verteilt sich so sparsam und gleichmäßig auf der Haut.


Chalkblock:

Bei einem Chalkblock wird das lose Chalk zusammengepresst. Man kann es sich damit einfach die Hände einreiben oder es nach belieben aufteilen und zerbröseln.


Grobes Chalk:

Crushed oder Crunchy Chalk ist beinah das Gleiche wie ein Chalkblock, nur zerteilt. Es wird in verschiedenen Körnungen angeboten. Durch die kompaktere Form verweht es nicht so stark in der Luft. Durch Zerdrücken der Brocken wird es in die Haut einmassiert.


Feines Chalk:

Feines Chalk ist ebenfalls recht beliebt, da ihr durch die Feinheit des Pulvers eine bessere Wirkung nachgesagt wird. Die feinen Partikel setzen sich tiefer in die Rillen der Haut und hinterlassen somit eine dünnere Schicht auf der Haut. Dieser Effekt ist besonders gewünscht, da zuviel Chalk auf den Händen den Griff zuschmiert und dessen Poren besetzt.


Liquid Chalk:

Beim Liquid Chalk ist die Funktionsweise etwas anders. Hier wird in den meisten Fällen Magnesiumcarbonat und Isopropanol vermischt. Dadurch entsteht eine milchige Emulsion, welche sich auf der Haut verreiben lässt. Das Isopropanol entfernt zugleich Fett und Schweißrückstände auf der Haut und trocknet sie somit aus. Übrig bleibt ein dünner Film des Magensiumcarbonats.


Was sich so neues tut:

Zunehmend werden auch Alternativen angeboten, welche versuchen, ohne Alkohol oder gar Magnesiumcarbonat auszukommen.


Ein vielversprechendes komplett neues Produkt werden wir hoffentlich bald in unserem Shop anbieten können! Dabei werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Zum einen hinterlässt man am Griff keine auffällig weißen Spuren. Zum anderen verhindert man den Nebeneffekt, dass sich loses Chalkpulver (besonders in geschlossenen Hallen) allmählich in der Luft verbreitet und sich in den Atemwegen niedersetzen kann.


Diesen Gedanken kann man nur unterstützen, denn wie schon erwähnt, bringt das lose Chalk nicht nur Vorteile mit sich. Es setzt die Poren der Griffe zu und verringert so allmählich den Grip. Des weiteren hinterlässt es unnatürliche Spuren am Fels, was so einigen Nicht-Kletternden ein Runzeln auf die Stirn zaubern lässt. Letztlich, und das besonders in der Halle, verschmutzt man die Umgebungsluft und atmet viel zu viel davon ein. Es gibt zwar noch keine Studien dazu, die durch unsachgemäßen Gebrauch ein Gesundheitsrisiko belegen.


Doch wer nach dem Boulderhallen-Besuch einmal kräftig die Nase putzt und das Ergebnis betrachtet, der oder die wird wissen, was gemeint ist. Die Devise lautet also klar:

Achtet auf einen sparsamen Umgang mit Chalk, weniger ist hier mehr!

Du weißt jetzt welches Chalk du willst? Perfekt, schau doch mal bei unserer großen Auswahl vorbei: https://www.climbers-finest.de/climb?Unterkategorie=Chalk